Improve your English on the Orient Express

In den letzten Wochen war ich vor allem damit beschäftigt, gemeinsam mit meinen Kolleg*innen eine Konferenz für Englischunterricht an Hochschulen und in der Erwachsenenbildung zu organisieren, daher war es auf diesem Blog ziemlich still. Die Konferenz ist erfolgreich über die Bühne gegangen, die viele Arbeit hat sich also gelohnt. Und sie hat mich auf die Idee gebracht, einen genaueren Blick auf das Angebot an englischsprachiger Lektüre zu werfen, die speziell dafür gedacht ist, die Sprachkenntnisse auf  Vordermann zu bringen.

Wir kennen alle die „simplified readers“, die Kurzgeschichten oder Romane so nacherzählen, dass sie mit einem beschränkten Wortschatz bewältigt werden können. Diese sind ein wichtiger Schritt hin zum Lesen der Texte im Original, und sie fördern den Spaß an der Fremdsprache, aber es geht auch anders. Im Angebot des Helbling Verlags entdeckte ich eine Serie, die keine literarischen Texte verwendet, sondern Sachthemen kompakt multimedial präsentiert: Die in Zusammenarbeit mit National Geographic publizierte Footprint Reading Library.

40-11353Der Eye-Catcher war für mich The Orient Express. Das Heft samt DVD liefert Einblicke in Geschichte und Gegenwart der berühmten Zugverbindung zwischen Paris und Istanbul. Dazu gibt es Erklärungen für schwierige Vokabel und einige Fragen zum Verständnis. Das Video ist mit dem Text aus dem Buch unterlegt und bietet die Wahl zwischen einem britischen und einem amerikanischen Sprecher. Für alle, die sich gerade nicht auf einen Bildschirm konzentrieren können oder wollen, gibt es auch eine Audiodatei. The Orient Express basiert auf einem Wortschatz von 3000 Wörtern und ist für Fortgeschrittene (Niveau C1) gedacht, aber die Serie bietet Themen von Ice Climbing (Niveau A2) bis zu The Life of a Geisha (Niveau B2), da sollte für jede*n etwas dabei sein.

Meine Meinung: Die Tatsache, das die Serie die Inhalte als geschriebenen Text, als Audiodatei und als Video anbietet, sorgt für ein Lernen mit allen Sinnen. Wer gerne möglichst viele Übungen mitgeliefert bekommen will, wird enttäuscht sein, alle anderen werden sich freuen, dass sie sich auf den Inhalt konzentrieren können und sich nicht ständig in einer Prüfungssituation wiederfinden. Ich habe mit dem Video begonnen, das das Thema im Stil eines Magazinbeitrags mit kurzen Interviews und  Aufnahmen abhandelt, wie wir sie aus Fernseh-Dokus kennen. Entsprechende Sprachkompetenz vorausgesetzt lässt sich das Material problemlos innerhalb eines Vormittags durcharbeiten, und mit einem guten Wörterbuch ausgestattet können es meiner Meinung nach auch mäßig Fortgeschrittene bewältigen, wenn sie sich dafür entsprechend etwas mehr Zeit nehmen. Dabei sollte man allerdings im Auge behalten, dass Abwechslung, kürzere Einheiten und mehrere Wiederholungen den Lernfortschritt deutlich verbessern. In diesem Zusammenhang möchte ich Euch auch nochmals auf meine Tipps in Reading in English hinweisen. 

Mir gefällt die Idee, nicht literarische Werke so weit zu vereinfachen, dass nur mehr das Grundgerüst der Geschichte übrig bleibt, sondern anhand interessanter Inhalte die Englischkenntnisse fit für Originaltexte zu machen. Und außerdem hat mich The Orient Express wieder einmal daran erinnert, dass ich endlich Agatha Christies Kriminalroman Mord im Orientexpress lesen sollte, der seit Jahren auf meiner Wunschliste steht…

Rob Waring, National Geographic Footprint Reading Library: The Orient Express. Inkl. Multi-ROM. Cengage 2009. 32 Seiten. Ich danke dem Helbling Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

 

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