Happy #Bloomsday

Heute ist Bloomsday, der Tag, an dem Literaturfans in aller Welt James Joyce und sein Hauptwerk Ulysses feiern. Am 16. Juni 1904 hatte der irische Schriftsteller seine erste Verabredung mit seiner späteren Ehefrau Nora Barnacle, und als literarische Liebeserklärung an sie wählte er dieses Datum als jenen Tag, an dem er Leopold Bloom in Ulysses durch Dublin wandern ließ. Der Roman wurde 1922 veröffentlicht, und schon 1924 sollen erste Begeisterte auf den Spuren des Romanhelden durch die irische Hauptstadt gezogen sein. 1954 wurden die Feierlichkeiten dann sozusagen offiziell, als der Herausgeber John Ryan und der Autor Brian O’Nolan eine Literaturwallfahrt zu den Schauplätzen von Ulysses organisierten und damit eine Tradition begründeten, die im Laufe der Jahre immer weitere Verbreitung fand. Der Bloomsday ist zwar kein gesetzlicher Feiertag, wird aber in Irland fast wie ein solcher begangen, und so werden auch heute wieder Enthusiasten in historischer Kostümierung die im Roman vorkommenden Orte besuchen, an den zahlreichen Veranstaltungen teilnehmen oder selbst aus dem Roman vorlesen.Weiterlesen »

Advertisements

Blutiges Wien

In der vergangenen Woche lud die Buchhandlung Leo, die nur wenige Schritte vom Wiener Stephansdom entfernt großen Ketten und Internethändlern die Stirn bietet, zu einer Lesung, bei der die Autorin Alex Beer ihren zweiten Krimi, Die rote Frau, vorstellte. Meinen Bericht dazu findet ihr auf ChickLitScout.

Die rote Frau spielt im Wien des Jahres 1920, einer von den Folgen des Ersten Weltkriegs stark gebeutelten, ehemals glanzvollen Metropole, in der nun Hunger und Elend das Straßenbild prägen. Der Roman hat mich an einen anderen Krimi erinnert, dessen Schauplatz die selbe Stadt, kaum 20 Jahre früher, aber in einer vollkommen anderen Welt, ist, und diesen möchte ich euch heute vorstellen. Wiener Blut (im englischen Original Vienna Blood) ist der zweite Band einer im Englischen als Liebermann Papers erschienenen Serie. Sechs Bände hat der Brite Frank Tallis zwischen 2006 und 2011 veröffentlicht,  erst vor kurzem ist #7, Mephisto Waltz, erschienen und wird hoffentlich bald ins Deutsche übersetzt werden. Frank Tallis ist nicht nur Schriftsteller, sondern auch klinischer Psychologe, und so werden die Mordfälle hier von einem Psychoanalytiker gelöst, dem jungen Dr. Max Liebermann, der, wie könnte es anders sein, ein Schüler von Sigmund Freud und regelmäßiger Gast bei diesem in der Berggasse 19 ist.Weiterlesen »

Dr. Who?

Als ich unter den Ankündigungen zu Neuerscheinungen von Lübbe Audio den Titel Doctor Who fand, war das für mich nur der Name einer britischen Serie, die ich noch nie gesehen hatte, denn Science Fiction interessiert mich normalerweise kaum. Aber die Tatsache, dass die Hörspielreihe auf der am längsten laufenden TV-Serie der Welt basiert, machte mich doch neugierig. Die erste Folge wurde am Tag nach der Ermordung John F. Kennedys, also am 23. November 1963, ausgestrahlt, und seit damals hat die BBC, wenn auch mit einer Unterbrechung zwischen 1989 und 2005, über 850 Episoden und Specials produziert. Genau in dem Jahr, in dem die Serie in Großbritannien für 16 Jahre ausgesetzt wurde, liefen die ersten Folgen im deutschsprachigen Fernsehen, aber ein durchschlagender Erfolg war die Serie hierzulande zunächst nicht. Das hat sich erst den letzten Jahren geändert, und seit 2017 erscheinen nach und nach sowohl alte als auch neue Folgen in einer deutschsprachigen Synchronfassung auf DVD.

Aufgrund der langen Laufzeit musste es auch Wechsel in der Besetzung geben, und die Produzenten haben aus der Not eine Tugend gemacht. Weiterlesen »