John Steinbeck rediscovered

Meine erste Begegnung mit John Steinbeck hatte ich im Gymnasium, und ich konnte wenig mit seinen Büchern anfangen. Pathetische Geschichten über einfache Menschen, zu ereignislos und deprimierend für meinen Geschmack, einfach stinklangweilig. Erst als ich viele Jahre später eher zufällig Verfilmungen von Cannery Row und Of Mice and Men sah, dämmerte mir, dass mir da etwas entgangen sein könnte, und ich beschloss, dem Autor und mir noch eine Chance zu geben. Es war eine gute Entscheidung.

Cannery Row – Die Straße der Ölsardinen, erschienen 1945, erzählt vom Leben in der kalifornischen Küstenstadt Monterey während der Wirtschaftskrise der Zwischenkriegszeit. Das Leben der Cannery Row wird tagsüber von den Fischkonservenfabriken dominiert, denen sie ihren Namen verdankt. Wenn aber alle Fische verarbeitet und die Fabriksarbeiter nachhause gegangen sind, gehört die Straße wieder den Menschen, die an ihr leben: Huren, Hurensöhne, Kuppler, Stromer und  Spieler. Man könnte sie aber auch Heilige, Engel, Gläubige, Märtyrer  nennen, es kommt nur auf den Standpunkt an.

Da ist zunächst Doc, der Inhaber und Betreiber des Western Biological Laboratory. Weiterlesen »

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