Truman Capote. Immer und immer wieder.

Die Klappentexterin erinnert mit einem Gewinnspiel daran, dass heute Truman Capotes Todestag ist. Mir ging’s wie ihr, ich habe mich schon als Teenager in den Film Frühstück bei Tiffany’s verliebt, und das Buch hat’s dann sogar auf meine Maturaleseliste geschafft.
Sommerliebe steht als Summer Crossing in meinem Bücherregal, und diese kurze Novelle hat eine ganz interessante Geschichte: Sie wurde erst in Truman Capotes Nachlass entdeckt und deshalb posthum veröffentlicht. Davor gab es lange Diskussionen darüber, ob und in welcher Version das Buch in die Buchhandlungen kommen soll. Wir werden also nie erfahren, ob die Geschichte wirklich wie in der Veröffentlichung hätte ausgehen sollen, aber wie die Klappentexterin finde ich das Ergebnis in jedem Fall beglückend.
Truman Capote war übrigens auch ein enger Freund der Autorin von To Kill a Mockingbird (Wer die Nachtigall stört), Harper Lee. Auch dieses Buch haben die meisten von uns wohl zuerst in der Verfilmung mit Gregory Peck kennengelernt.
Capote und Lee wuchsen als Nachbarskinder in Monroeville, Alabama, auf und diktierten sich ihre ersten Geschichten gegenseitig in die Schreibmaschine, die ihnen Lees Vater geschenkt hatte. Sie blieben enge Freunde, bis Truman Capote In Cold Blood (Kaltblütig) veröffentlichte: Der Roman basierte auf einer wahren Geschichte, und Harper Lee hatte an der Recherche intensiv mitgearbeitet, viele Seiten Material beigesteuert und die Endfassung redigiert, diese Beiträge wurden von Truman Capote ihrer Meinung nach aber nicht ausreichend gewürdigt. Das nahm Harper Lee ihm sehr übel, trotzdem blieben die beiden bis zu Capotes Tod im Jahr 1984 in Verbindung.
Harper Lee veröffentlichte erst 55 Jahre nach To Kill a Mockingbird ihr zweites eigenes Buch, Go Set a Watchman. Dieses wartet noch in meinem Bücherregal …

Truman Capote: Summer Crossing: A Novel. Modern Library 2006, 160 Seiten.

Klappentexterin und Herr Klappentexter

Truman Capote ist einer meiner großen literarischen Helden und hat mein Stilbewusstsein im doppelten Sinne wachgeküsst. Als ich »Frühstück bei Tiffany« mit der bezaubernden Audrey Hepburn sah, war’s das erste Mal um mich geschehen. Mit zarten vierzehn Jahren wusste ich noch nicht, dass es sich um eine Literaturverfilmung handelt. Und ich den Autor Truman Capote erst einige Jahre später entdecken würde. Ich saß einfach nur mit glänzenden Augen vorm Fernseher und war beschwipst von all dem Schönen und dem Stil, besonders von der bezaubernden Audrey. Kurz spürte ich ein Ziehen in meiner Herzgegend und hatte zum ersten Mal das Gefühl, in einer falschen Zeit geboren zu sein. Ich wollte in den Film hineinkriechen und die gleiche Kleidung wie Holly Golightly tragen. Die unglaublich schöne schlichte Eleganz! Und die frechen, charmanten Dialoge. Gleichzeitig war da die leichte Melancholie, die wie ein Lufthauch katzengleich um die Ecke schleicht. Das Zusammenspiel…

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