Paul auf Pyros

Auf meinem Bücherregal tummeln sich noch die Weihnachtswichtel, und was das Wetter betrifft, hat der Winter hier in der Stadt erst letztes Wochenende so richtig begonnen. Trotzdem habe ich die letzten Tage im gemütlich warmen Wohnzimmer mit einem Buch verbracht, bei dem schon das Cover eher nach Sommerlektüre aussieht und dessen Inhalt diese Erwartung erfüllt.  Sabine Durrant lässt in Die Hochstapler ihre Hauptfigur Paul Morris davon erzählen, wie Ereignisse auf der griechischen Insel Pyros seinem Leben eine andere Wendung als beabsichtigt gegeben haben. Paul stammt aus relativ einfachen Verhältnissen, hat aber eine teure Privatschule besucht und in Cambridge studiert, und schon mit Anfang 20 ist es ihm gelungen, ein Buch zu veröffentlichen. Jetzt, zwei Jahrzehnte später, hat sich das, was nach dem Beginn einer großen Karriere aussah, zu einem fast bemitleidenswerten Schmarotzerdasein weiterentwickelt. Das Honorar für sein Erstlingswerk ist längst aufgebraucht, und Paul muss sich mit kleinen Schreibaufträgen über Wasser halten und jedes Pfund zweimal umdrehen. Restaurants kann er sich nur leisten, wenn andere zahlen, seine möglichst elegante Kleidung kauft er möglichst billig, Bücher und anderes lässt er mitgehen, wann immer sich die Gelegenheit dafür bietet, und die exquisit eingerichtete Wohnung im Londoner Stadtteil Bloomsbury darf er nur deshalb bewohnen, weil er die Katze des Eigentümers versorgt. Kurz bevor er aus dieser Wohnung aus- und wieder bei seiner Mutter einziehen muss, trifft er einen ehemaligen Studienkollegen, Andrew Hopkins, einen erfolgreichen Anwalt, mit dessen Schwester Florrie er während des Studiums eine kurze Affäre gehabt hatte. Durch ihn lernt Paul Alice Mackenzie kennen, eine wohlhabende Witwe und erfolgreiche Menschenrechtsanwältin. Weiterlesen »

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