Stichwort #Irland (IV)

#Buchhandlungen

Wenn mein Mann von unseren Familienurlauben berichtet, kommen irgendwann unweigerlich launige Geschichten darüber, wie er die Zeit, in der ich nur noch schnell einen Blick in eine Buchhandlung werfen wollte, damit verbracht hat, in der Zeitschriftenabteilung alles Verfügbare über das Angeln zu lesen, in der Cafeteria alle Kuchen durchzuprobieren oder sich vor der Tür mit dem Sicherheitspersonal anzufreunden. Diesmal war ich alleine unterwegs, ich musste also auf niemanden Rücksicht nehmen, konnte von einer Buchhandlung in die nächste pilgern und dort stundenlang Regale durchforsten und Klappentexte lesen. Das Ergebnis waren 11 kg Bücher, die per Post ihren Weg nach Wien fanden, und ein ziemlich guter Überblick über die Buchläden in Galway und Dublin. Einige davon möchte ich Euch hier vorstellen.Weiterlesen »

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Stichwort #Irland (III)

#Bibliotheken

staircase

#TheOldLibrary

Wenn ich verreise, versuche ich, die Trampelpfade der Touristenströme zu vermeiden, aber das ist meist leichter gesagt als getan, denn dort, wo es Interessantes zu sehen gibt, sind naturgemäß auch viele, die es sehen möchten. Ein Trick, der für mich immer funktioniert hat, ist der, die Tourismus-Hotspots so zeitig wie möglich am Tag zu besuchen, wenn alle anderen noch beim Frühstück sitzen. Daher wartete ich schon um 8 Uhr 30 und nur sehr kurz vor dem Eingang der Old Library des Trinity College Dublin, um dort zuerst das #BookofKells und dann den #LongRoom zu bewundern. Die Tatsache, dass ich direkt am Campus wohnte, hat zwar die Anreise auf 3 Minuten verkürzt, aber leider gibt es auch für Summer Residents keine Privilegien, was den Zutritt zu den Bibliotheken betrifft – eine Exklusiv-Besichtigung war daher nur von außen möglich.

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The Old Library, Trinity College Dublin, 06:15 AM

Die Homepage von TCD nennt das Book of Kells Irlands größten Kunstschatz, und das ist nicht übertrieben. Die illustrierte Bibelhandschrift wurde vermutlich um das Jahr 800 von irischen Mönchen auf der Insel Iona nahe Schottland geschaffen und, nachdem deren Kloster von Vikingern angegriffen worden war, ins Kloster von Kells, County Meath, in Sicherheit gebracht. Details über den geschichtlichen Hintergrund dazu gibt es in meinem Beitrag über Thomas Cahills How the Irish Saved Civilization. In Kells war die Handschrift in Sicherheit, bis Oliver Cromwell, der in Irland bis heute – nicht ganz zu Unrecht – als Reinkarnation des Teufels gilt, das Kloster 1646 einer neuen Nutzung als Pferdestall zuführte. Henry Jones, Vice-Chancellor des 1592 von Elizabeth I. gegründeten Trinity College, ließ die Handschrift daraufhin in die Bibliothek seiner Universität bringen, wo sie heute gemeinsam mit dem noch 100 Jahre älteren Book of Durrow und dem ebenfalls aus dem frühen 9. Jahrhundert stammenden Book of Armagh  gekonnt in Szene gesetzt wird.

Die Old Library hütet noch zwei weitere Schätze, die Irlands Identität und Nationalstolz symbolisieren: Da ist zunächst die #BrianBoruHarp, zwar mit Sicherheit nicht die Harfe des Begründers der O’Brien-Dynastie, aber dennoch das älteste erhaltene Instrument seiner Art. Ein Abbild dieses offiziellen Nationalsymbols findet man nicht nur auf allen irischen Euromünzen, sondern auch auf jeder Flasche Guiness. Im Schaukasten gleich dahinter ist ein wesentlich jüngeres Exponat zu sehen, das den Ir*innen aber ebenso wichtig ist: Eine der wenigen erhaltenen Kopien der #Proclamation of the Irish Republic aus dem Jahr 1916. Das Poster klebte ursprünglich an der Wand des General Post Office, wo der Osteraufstand seinen Ausgang nahm, der in letzter Konsequenz 1922 zur Unabhängigkeit von Großbritannien führte.

Die beiden Schaukästen befinden sich im Long Room der Old Library. So schön die diversen mit Fresken geschmückten und mit Schnörkel verzierten Prunksäle anderer Bibliotheken auch sein mögen, an die Ästhetik dieses 65 m langen Raums kommt für mich keine heran. Sieht man von den weißen Marmorbüsten berühmter Schriftsteller, Philosophen und Staatsmänner ab, sind der einzige Schmuck die Regale für die mehr als 200.000 Bände, die in zwei Etagen unter einem Tonnengewölbe aus Holz Platz finden. Dieses Tonnengewölbe wurde 1858 nachträglich auf den 1732 fertiggestellten Bau aufgesetzt, um mehr Platz für Bücher zu schaffen.

 

Ich hätte am liebsten den ganzen Tag den Saal auf mich wirken lassen und den Geruch der alten Bücher eingeatmet, aber irgendwann waren auch alle anderen mit dem Frühstück fertig und das Gedränge zu groß.
Zum Glück gibt es in Dublin aber auch Bibliotheken, in denen sich der Andrang an Touristen in Grenzen hält.Weiterlesen »

Stichwort #Irland (II)

Seit mehr als drei Wochen bin ich nun aus Irland zurück, höchste Zeit also für die versprochene Fortsetzung meines Reiseberichts.

#Theatre

Ich hatte das Glück, dass in Dublin diesen Sommer zwei Produktionen zu sehen sind, die jeweils einen ganz großen Namen der irischen Literatur vor den Vorhang holen. Dass die beiden renommiertesten Theater Dublins auch im Juli bespielt werden, war dabei die eine gute Nachricht, dass sich die Ticketpreise mit ca. 30 – 45 Euro in Grenzen halten die andere.

#TheGateTheatre #RoddyDoyle #TheSnapper

Gate theatre

Im Gate Theatre nördlich der O’Connell Street  läuft seit Mitte Juni  The Snapperdie erstmals gezeigte Bühnenversion von Roddy Doyles gleichnamigem Roman aus dem Jahr 1990. The Snapper bildet gemeinsam mit Doyles erstem Roman The Commitments (1987) und The Van (1991) die Barrytown Trilogy, die drei Episoden aus dem Leben der Dubliner Arbeiterfamilie Rabbitte schildert. Alle drei Romane waren auch in der Filmversion höchst erfolgreich, und The Van (dt. Fish & Chips) schaffte es auf die Shortlist des Man Booker Prize, den Roddy Doyle 1993 für Paddy Clarke Ha Ha Ha auch gewann. Dieser vierte Roman spielt ebenfalls in Barrytown, North Dublin, und mit The Guts (dt. Punk is Dad) kehrte Roddy Doyle 2013 noch einmal zur Familie Rabbitte zurück.

covers doyle

Snapper ist ein in Irland gebräuchlicher Ausdruck für ein kleines Kind, und so heißt der Roman in deutscher Übersetzung auch Sharons Baby. Sharon ist die älteste Tochter von Veronica und Jimmy Rabitte sen. und gerade einmal 20, als sie ihren Eltern mitteilt, dass sie schwanger ist. Diese sind zwar einigermaßen geschockt, lassen aber keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie ihre Tochter unterstützen werden. Jimmy hat allerdings so seine Probleme mit dem Gedanken an den Typen, der seine Tochter geschwängert hat, vor allem, weil Sharon sich weigert, mit dem Namen dieses Mannes herauszurücken.

Das Theater war bis auf den letzten Platz ausverkauft, und die anderen Zuschauer  amüsierten sich ebenso wie ich über das Porträt einer Familie, die zwar weder viel von pädagogisch wertvollen Erziehungsmaßnahmen noch von gesunder Ernährung hält, aber füreinander da ist, wenn es darauf ankommt. Auch wenn das Thema ungewollte Schwangerschaft auf sehr humorvolle Art behandelt wird, die Geschichte ist weit von Klamauk entfernt. Statt dessen liefert sie das Porträt der Liebe eines Vaters zu seiner Tochter.

Schon allein die Tatsache, dass das Stück dort aufgeführt wird, wo es spielt, in Dublins Northside, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rotunda Hospital, wo Sharon schließlich ihr Baby zur Welt bringen wird, verleiht dem Theaterstück Atmosphäre und Authentizität, und ein Blick auf die Zuschauer um mich herum  hat sein Übriges getan. Verzaubert und sprachlos gemacht hat mich die Inszenierung ganz besonders aus drei Gründen:

  • Regisseurin Róisín McBrinn ist es gelungen, die 80er-Jahre nicht nur durch Kostüme und Musik, sondern durch die Art der Inszenierung selbst wiederauferstehen zu lassen. Genau so hätte man das Stück vielleicht auch schon vor 30 Jahren auf die Bühne gebracht. 
  • Als Teil der Handlung läuft der Familie ein Hund zu. Dieser Hund ist dank der pantomimischen Begabung der Darsteller, insbesondere von Hilda Fay als Veronica, dauernd auf der Bühne, ohne dass man ihn jemals zu Gesicht bekommt. 
  • In der letzten Szene bringt Sharon ihr Baby zu Welt, und dieser Snapper war in der Vorstellung, die ich besucht habe, keine Puppe, sondern tatsächlich ein wenige Tage oder Wochen altes Neugeborenes.

Fotografieren im Theater war nicht erlaubt, daher für alle, die zumindest einen kleinen Eindruck vom Stück bekommen wollen, hier die Links zu drei Promotionsvideos: The Snapper at the Gate; The Snapper: Meet the Kids; The Snapper: Meet the Rabattes.

#TheAbbeyTheatre  #Ulysses

abbey theatre2

In meinem Beitrag über den Bloomsday habe ich ja schon erwähnt, dass ich Ulysses von James Joyce noch nicht gelesen habe. Dieser Umstand hat mich zur perfekten Besucherin für eine Produktion des irischen Nationaltheaters The Abbey Theatre gemacht. Das ideale Publikum der Bühnenversion ‚eines der größten und wahrsten Romane aller Zeiten‘ seien Menschen, die das Buch immer lesen wollten, sich aber abschrecken ließen, zitiert die Ankündigung den Schriftsteller Dermot Bolger, der für die Adaptierung verantwortlich ist. Auf einer von allen Seiten einsehbaren Bühne treten Leopold und Molly Bloom, Stephen und Simon Daedalus und andere in einzelnen Szenen auf.

Eine zweistündige Theateraufführung kann  einen 800 Seiten-Roman nicht ersetzen, und diesen Anspruch erheben die Macher auch nicht. Trotzdem hatte ich nach Ende der Vorstellung das Gefühl, nicht nur ein unterhaltsames Stück gesehen, sondern auch eine Idee von James Joyce’s Roman bekommen zu haben. Auch echte Fans müssen zugeben, dass dieser mehr als nur die eine oder andere Länge aufweist, das kann man Graham McLarens Inszenierung nicht vorwerfen. Sie hat mich ein bisschen an eine Cabaret-Revue erinnert, wie eine lose Abfolge von Darbietungen, die von einer Rahmenhandlung zusammengehalten werden. Ein Teil des Publikums sitzt an kleinen Tischen direkt auf der Bühne, es gibt Musikuntermalung, Gesangs- und Tanzeinlagen und fast lebensgroße Puppen. Auch hier durfte ich keine Fotos machen, aber der Trailer  fängt die Atmosphäre ein. 

#JamesJoyce

James JoyceFür Dublin ist James Joyce das, was Mozart für Salzburg oder Shakespeare für Stratford-on-Avon ist. Man begegnet ihm nicht nur auf der Bühne und in Buchhandlungen, sondern an zahlreichen anderen Orten. Zunächst einmal ist da die Statue des Dichters  in der Earl Street, nur wenige Schritte vom General Post Office entfernt. Etwas anzüglich wird sie von manchen The Prick with the Stick genannt.

Wenn man von der Statue aus nach rechts in die O’Connell Street einbiegt, erreicht man nach zirka 10 Minuten das James Joyce Centre in der North Great George’s Street. Dieses liefert nicht nur Informationen zum Autor und seinen Werken, sondern zeigt auch Kuriositäten wie die Tür von No. 7 Eccles Street, der Wohnadresse von Leo Bloom im Roman Ulysses.

 

Eine weitere Pilgerstätten für James Joyce-Fans ist der James Joyce Tower. Dabei handelt es sich um einen von insgesamt 164 Martello-Türmen, die vor allem während der Napoleonischen Kriege im gesamten British Empire, von Irland bis Mauritius und Australien, errichtet wurden. Joyce verbrachte im September 1904 sechs Nächte in diesem Turm und lässt Ulysses hier beginnen. Auf Betreiben des Dubliner Künstlers John Ryan, der auch die bereits erwähnte Eingangstür zu No. 7 Eccles Street rettete, wurde der Turm 1962 in ein Museum umgewandelt und zeigt neben Erinnerungsstücken an den Schriftsteller auch den Wohnraum so, wie James Joyce ihn vorgefunden hat. Das Museum ist das ganze Jahr über geöffnet und mit dem Vorortezug DART vom Stadtzentrum aus innerhalb von weniger als einer Stunde zu erreichen. Dabei ist der Fußweg von der Station Sandycove & Glasthule in südlicher Richtung die Uferpromenade entlang schon eingerechnet.

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James Joyce Tower Dun Laoghaire
Blick vom James Joyce Tower auf die Hafenstadt Dún Laoghaire

Auch die National Library of Ireland im Stadtzentrum stellt Joyce und seine Werke in den Mittelpunkt. In Teil (III) meines Berichts werde ich Euch diese und andere #Bibliotheken und #Buchhandlungen vorstellen, die ich auf meiner Reise besucht habe.

Auf den Spuren von Jack Taylor durch Galway

20180710_103540Es kommt nicht oft vor, dass man einer Figur aus einem Roman im wirklichen Leben begegnet – ich hatte letzte Woche so eine Begegnung. Vinny, der Verkäufer, der mir in Charlie Byrne’s Bookshop in Galway dabei half, den Stapel Bücher, den ich ausgesucht hatte, möglichst kostengünstig nach Hause schicken zu lassen, ist der Vinny, der sich in Ken Bruens Headstone (Ein Grabstein für Jack Taylor) auf Seite 223 der englischen Ausgabe mit dem Titelhelden eine Zigarettenpause gönnt, nachdem dieser ihm eine Liste mit seinen Bücherwünschen präsentiert hat.Weiterlesen »

Stichwort #Irland (I)

Dies ist zwar kein Reise-, sondern ein Literaturblog, aber auf meiner Literatursafari quer über die Grüne Insel habe ich einiges kennengelernt und ausprobiert, was auch für andere Irlandreisende interessant ist, und diese Erfahrungen  möchte ich, nach Stichworten zusammengefasst, in einigen Beiträgen in nächster Zeit mit euch teilen.

#Transportmittel

#Flugzeug 

Wie immer bin ich mit Aer Lingus nach Dublin geflogen, und es hat wieder alles prima geklappt. Die nationale irische Fluglinie fliegt viele europäische Hauptstädte und gleich 4 deutsche Städte (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg) an, und auch mein aus Nordirland stammender Kollege bucht Aer Lingus und fährt dann mit dem Bus weiter, wenn er seine Familie besucht. Preis und Service sind okay, und Diversität wird offensichtlich groß geschrieben: Eine der Flugbegleiterinnen auf dem Flug von Dublin nach Wien ist 1,85 groß, war perfekt zurechtgemacht und ist wahrscheinlich nicht als Mädchen zur Welt gekommen. Glück für sie, dass sie einen stehenden Beruf ausübt: Die Burschen von der irischen Basketballmannschaft, die auf meinem Flug waren, hätten wahrscheinlich lieber den Job der Stewardess gemacht als ihre Beine wie Klappmesser unter dem Sitz zusammenzufalten. Dublin und den Flughafen Shannon im Süden der Insel fliegen natürlich auch zahlreiche andere Fluglinien an, mehr Beinfreiheit gibt es bei diesen allerdings auch nur in der Business Class.

#Bus

20180709_141555.jpgVom Flughafen gibt es zahlreiche Busverbindungen in alle Teile des Landes, viele davon mit der Bus Éirann. Daneben bedienen kleinere Anbieter vor allem die beliebtesten Routen zwischen den wichtigsten Städten. Ich habe mit City Link sehr gute Erfahrungen gemacht. Die City Link-Busse halten in Dublin allerdings nicht am großen Busbahnhof, sondern direkt im Zentrum am Ufer des Liffy. Diese Tatsache hat mir bei meinem ersten Irlandaufenthalt vor vielen Jahren eine lange Suche – mit vollem Gepäck ohne Rollen – nach der Haltestelle beschert, weil die immer hilfsbereiten Dubliner uns natürlich zuerst zum Busbahnhof schickten, als wir nach dem Weg fragten.

#Nahverkehr in Dublin

img_4315.jpgDie meisten Sehenswürdigkeiten in Dublin erreicht man problemlos zu Fuß, wenn man erst einmal im Stadtzentrum ist. Vom #JamesJoyceCenter nördlich des Liffy bis zum #TrinityCollege nahe dem Südufer und weiter zum #GuinessStorehouse im Westen wandert man in weniger als einer Stunde und bekommt dabei einen ersten Eindruck davon, was die Stadt zu bieten hat, aber es gibt auch zahlreiche Bus- und Straßenbahnverbindungen in alle Stadtteile. Wenn man gerne den Hafen in Dun Laoghaire (ausgesprochen wie dun-leery) sehen, auf den #JamesJoyceTower steigen, durch das idyllisch-schicke #Dalkey spazieren oder in #Sandycove schwimmen gehen möchte, fährt man am besten mit dem DART, der in kurzen Intervallen die Küstenorte von Howth im Norden bis Bray im Süden verbindet und zwei Stationen nahe dem Zentrum hat.

#Auto

In Dublin ist der Verkehr wie in jeder anderen Großstadt für Ortsunkundige eine Herausforderung, und der Linksverkehr macht es nicht leichter. Überland habe ich das Fahren auf der „falschen“ Seite sehr schnell erlernt und, entgegen aller Warnungen, die irischen Autofahrer*innen als sehr rücksichts- und verständnisvoll erlebt. Die Überlandstraßen sind manchmal eng und kurvenreich, aber meist nicht sehr stark frequentiert.

#Nahverkehr in Galway

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River Corrib, Galway, Ireland

Galway ist überschaubar genug, um es zu Fuß zu erkunden, und wenn man die ruhigen Uferpromenaden am Corrib genießen möchte, empfiehlt sich das auch. Aber wenn man doch mit dem Auto unterwegs ist, lässt sich der innerstädtische Verkehr gut bewältigen. Es gibt auch Straßenbahnen und Nahverkehrsbusse, allerdings sind die Intervalle manchmal lang.

 

#Essen & Trinken

In Galway hatte ich Glück: Peter, mein Airbnb-Vermieter, hat mir gleich nach meiner Ankunft mehrere Restaurants, Pubs, Cafés und Bars empfohlen, und alle, die ich ausprobiert habe, waren ein Volltreffer:

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Peter’s place in Upper Newcastle, Galway

 

Kai Café + Restaurant – maritime Einrichtung, sehr nette Bedienung, Bioprodukte aus der Region, einfallsreiche Kompositionen, einfach köstlich! (Kai Café + Restaurant, 22 Sea Road, Galway, H91 DX47, Ireland)

 

 

 

 

 

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Jungle Cafe, Galway

Jungle Cafe Galway – direkt im Stadtzentrum, auf halbem Weg zwischen Eyre Square und  Busbahnhof. Kleinere Gerichte aus frischen, nachhaltig produzierten Zutaten in überdachtem Garten mit südamerikanischem Flair. (No. 29 Forster Street, Galway, Ireland).

 

 

 

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Corrib House Tearooms, Galway

Corrib House Tearooms – Ein eleganter Teesalon mit Blick auf den River Corrib in einer aus dem 18. Jahrhundert stammenden Stadtvilla im Georgianischen Stil. Perfekt für ein stilvolles Frühstück oder Lunch mit Freund*innen. Die Tearooms sind an ein Gästehaus angeschlossen (Corrib House Tearooms & Guest Accomodation, No. 3 Waterside, Woodquay, Galway, Ireland.)

 

In Dublin habe ich mich auf mein Gefühl verlassen, bin den Lokalen mit großer Aufmachung an den Touristen-Hotspots ausgewichen und habe oft Takeaway gewählt.  Letzteres gibt es in ausgezeichneter Qualität, nachhaltig und gesundheitsbewusst. Hier zwei meiner Entdeckungen:

Panem Baker Coffee Shop – eine auf den ersten Blick unscheinbare Bäckerei am Nordufer des Liffy, etwas westlich von der Ha’Penny-Bridge. Bester italienischer Kaffee, pikant gefülltes Gebäck und „die besten Croissants der Stadt“ – keine Übertreibung! (Panem Bakery Coffee Shop, 21, Lower Ormond Quay, Dublin 1 Dublin, Ireland).

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Chopped in Westmorelandstreet, Dublin

Chopped ist eine Franchisekette mit Filialen in ganz Irland, die Takeaway-Salate in hoher Qualität anbietet. Die Zutaten sind frisch, die Dressings köstlich, das Preis-Leistungs-Verhältnis passt.

 

 

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Blick auf die Meath Street vor dem Tasty 8, The Liberties, Dublin

 

 

In den Liberties, dem Stadtteil zwischen St. Patrick’s Cathedral und Guiness Storehouse, wo die Touristen meist nur auf der Stadtrundfahrt durchfahren, kann man an Verkaufsständen billig Obst kaufen oder in unprätentiösen Lokalen gut und preiswert essen und trinken. Das Personal ist herzlich („What can I bring you, love?„), und wenn man Glück hat, spielt am Abend Livemusik vor den lokalen Fans.

#Unterkünfte

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Front Gate & Front Square, Trinity College, Dublin
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Dormitory, House 36, Trinity College, Dublin

Im Juli und August vermietet das #TrinityCollege die Studentenunterkünfte an Besucher. Die Preise variieren von Tag zu Tag. Ich habe mir 4 Nächte mit kostengünstigem Preis ausgesucht und meine Reise um diese herum geplant. Die Apartments sind geräumig und zweckmäßig eingerichtet, und es ist ein tolles Gefühl, 100 Meter vom #BookofKells entfernt auf einem Universitätscampus zu wohnen, auf dem Jonathan Swift, Oscar Wilde und Samuel Beckett studiert haben.

Die anderen Unterkünfte habe ich kurzfristig über Airbnb gebucht und dabei durchwegs gute Erfahrungen gemacht. Nur in Galway bin ich bei einem Vermieter gleich wieder ausgezogen, da dieser mir keinen Schlüssel für mein Zimmer geben konnte. Ersatz in einem stilvollen B&B war schnell gefunden.

#Wetter

Wer nach Irland reist, sollte wetterfest sein. Es kann zu jeder Jahreszeit manchmal auch tagelang regnen, dafür ist es selten extrem heiß oder extrem kalt („heiß“ ist es ab 25°C.) Irland erlebt gerade eine Hitzeperiode, die Rasenflächen in den Parks sind braun statt grün, und die Bevölkerung wird dazu aufgerufen, Wasser zu sparen. „Wir beschweren uns nicht„, habe ich dazu oft gehört, „wir genießen die Sonne.“ Das mit den Wasservorräten sei ein Problem, um das sich gefälligst die Regierung kümmern solle. Ohne Pulli wäre ich trotzdem oft nicht ausgekommen, und einen Regenschirm habe ich auch noch gekauft.

#Sicherheit

Dublin und Galway sind Städte, in denen man sich in den meisten Gegenden rund um die Uhr ohne Bedenken bewegen kann. Die auf allen Reisen üblichen Sicherheitsmaßnahmen reichen vollkommen aus. Gewarnt wurde ich nur vor dem Dubliner Vergnügungsviertel Temple Bar zu später Stunde – wegen der betrunkenen Touristen. An manchen Orten wird man explizit auf die Gefahr von Taschendieben hingewiesen. Ich war die meiste Zeit allein unterwegs und neige nicht zu übermäßigem Mut, habe mich aber nie gefürchtet oder in einer brenzligen Situation wiedergefunden. Gelegentlich wurde ich direkt um Geld angebettelt, das ich dann hergegeben habe oder auch nicht.

Version 2
Berkeley Library, Trinity College, Dublin