Venice by the book

Version 2Wenn ich eine Reise plane, tauchen immer sofort zwei Fragen auf: ‚Welche Schriftsteller*innen?‘ und ‚Welche Buchhandlungen?‘ Bei meinen Planungen für ein Wochenende mit meiner Familie in Venedig war das nicht anders. Die Frage nach den Buchhandlungen hat Andrea auf Lesen…in vollen Zügen umfassend beantwortet, ich hatte also nichts anderes zu tun, als ihren Empfehlungen zu folgen. Daher besuchte ich bei der ersten Gelegenheit die Libreria Studium, nur wenige Schritte von der Piazza San Marco entfernt. Hier finden Touristen eine reichliche Auswahl an Büchern zum Stichwort Venedig auch in ihrer Muttersprache, allerdings zu deutlich höheren Preisen, als sie beispielsweise in Wien für englischsprachige Bücher verlangt werden. Daher habe ich der Versuchung widerstanden, Peter Ackroyds Venice – The Biography, mitzunehmen, das ich schon seit vielen Jahren lesen möchte, und auch Thomas Manns Tod in Venedig in der wunderschönen Ausgabe des S. Fischer Verlags werde ich mir doch lieber in Wien besorgen. Trotzdem ist die Buchhandlung einen Besuch wert: Hinter der eher unscheinbaren Fassade verbirgt sich auf edlen Holzregalen eine riesige Auswahl, die mich wieder einmal daran erinnert hat, wie schade es ist, dass meine Italienischkenntnisse nie über Niveau A2 hinausgekommen sind.

 

Am nächsten Tag schaute ich in der Libreria Toletta im Stadtteil Dorsoduro vorbei. In der laut Homepage ältesten und größten Buchhandlung Venedigs (gegründet 1933), geht es deutlich weniger touristisch zu, und entsprechend ist auch die Fremdsprachenabteilung viel kleiner. Trotzdem wurde ich hier fündig: The Spy of Venice – A William Shakespeare Novel von Benet Brandreth wartet jetzt auf meinem SuB. Ich habe mich auch für den in englischer Sprache erscheinenden Newsletter der Buchhandlung angemeldet, der ’nützliche Informationen über das authentische Venedig‘ verspricht.

Nach diesen beiden Erfahrungen, die vollkommen in Einklang mit Andreas Schilderungen standen, beschloss ich, ihrem Urteil auch bei Nr. 3 auf ihrer Liste zu vertrauen und die berühmte Buchhandlung Acqua Alta auszulassen: Touristenmassen gibt es auch an anderen Orten der Stadt genug, und das flüssige acqua alta war, wie hier nachzulesen, während meines Aufenthalts am letzten Oktoberwochenende ohnehin allgegenwärtig.

9783442744770_CoverBleibt die Frage: Welche Schriftsteller*innen? Wie schon erwähnt, führt an Peter Ackroyds 2012 auf Deutsch erschienener Venedig-Biographie wohl kein Weg vorbei, wenn man möglichst viel über die Geschichte der Lagunenstadt erfahren möchte. Der vielfach ausgezeichnete britische Autor, der auch schon Biographien über Shakespeare, London und die Themse veröffentlicht hat, wird zwar manchmal wegen historischer Ungenauigkeiten kritisiert, versteht es aber hervorragend, eine Flut von Detailinformationen leicht verdaulich zu präsentieren.

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Ponte dei sospiri, die Verbindung zwischen Palazzo Ducale und dem Gefängnis

Für die Suchanfrage ‚Schriftsteller – Venedig‘ liefert Wikipedia eine Liste mit 19 Namen, aber nur zwei davon sind mir ein Begriff: Giacomo Casanova wurde 1725 in Venedig geboren, studierte in Padua Zivil- und Kirchenrecht und wurde zunächst Priester. Für diesen Beruf dürfte er aber eher ungeeignet gewesen sein, denn 1755 wurde er wegen „Schmähungen gegen die heilige Religion“ verhaftet und verbrachte 15 Monate als Gefangener in den Bleikammern, bevor ihm im zweiten Anlauf die Flucht gelang. Er war hochgebildet und weit gereist, und die Liste seiner Begegnungen mit berühmten Persönlichkeiten liest sich wie ein Who is Who des 18. Jahrhunderts: Papst Benedikt XIV, Katharina die Große, Friedrich der Große, Voltaire, W.A. Mozart. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu den verschiedensten Themen, aber seine Bekanntheit verdankt er vermutlich seinen posthum erschienen Memoiren, Histoire de ma vie, deren deutsche Übersetzung kostenlos über das Projekt Gutenberg.de verfügbar ist. Auch wenn diese Erinnerungen große kulturhistorische Bedeutung haben, ich bezweifle, dass dies der Grund dafür ist, dass sie in über 20 Sprachen übersetzt wurden und auch heute noch zahlreiche Leser*innen finden.

Venezianisches FinaleDer zweite mir geläufige Name auf der Liste ist Donna Leon. Gleich vorweg: Ich bin kein großer Fan der Krimis um Commissario Guido Brunetti. Ich finde sie nicht besonders spannend und bin auch nicht sicher, ob sie ein wirklich authentisches Bild des heutigen Venedig liefern. Aber ich habe die 1942 in New Jersey geborene Literaturwissenschafterin einmal bei einer Podiumsdiskussion und einige Jahre später als Gast auf der Buch Wien erlebt und war beide Male sehr von ihr beeindruckt. Im Auftreten freundlich, höflich und zurückhaltend ist sie ganz offensichtlich eine Frau, die weiß, was sie will, und vor allem, was sie nicht will. Mit ihren bisher 27 Krimis hat sie ganz sicher Millionen verdient. Aber Geld interessiere sie nicht besonders, sagte sie bei einem der Auftritte, wichtig sei ihr nur, dass sie sich die Karten für Opernaufführungen leisten könne – im ersten, 1992 erschienenen Brunetti-Roman Death at La Fenice (Venezianisches Finale)  geht es um einen mysteriösen Todesfall in der Oper von Venedig – um alles andere kümmerten sich ihre Berater. Die Brunetti-Romane sind in den Buchhandlungen in Venedig allgegenwärtig – allerdings nur in englischer, deutscher und französischer Version. Einer Übersetzung ins Italienische hat die Autorin nie zugestimmt, mit der Begründung, sie wolle in Venedig in Anonymität leben können. Ich glaube allerdings auch, sie wollte sich keiner allzu kritischen Beurteilung ihrer Schilderung des Alltags in Venedig aussetzen. Mit den zunehmenden Touristenströmen war es mit der Anonymität, vor allem aber mit der Ruhe, in Venedig aber trotzdem vorbei, und daher lebt Donna Leon heute nicht mehr in der Lagunenstadt, sondern in der Schweiz.

Für einen Besuch in der Bibliotheca Nazionale Marciano vis-à-vis vom Dogenpalast blieb während meines Aufenthalts leider keine Zeit, die habe ich mir fürs nächste Mal aufgehoben. Bis dahin habe ich hoffentlich auch mein Italienisch ein bisschen verbessert und einige der hier genannten Bücher gelesen. Oder gibt es noch andere Bücher über Venedig, die ihr mir empfehlen würdet?

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Bibliotheca Nazionale Marciana
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Stichwort #Irland (IV)

#Buchhandlungen

Wenn mein Mann von unseren Familienurlauben berichtet, kommen irgendwann unweigerlich launige Geschichten darüber, wie er die Zeit, in der ich nur noch schnell einen Blick in eine Buchhandlung werfen wollte, damit verbracht hat, in der Zeitschriftenabteilung alles Verfügbare über das Angeln zu lesen, in der Cafeteria alle Kuchen durchzuprobieren oder sich vor der Tür mit dem Sicherheitspersonal anzufreunden. Diesmal war ich alleine unterwegs, ich musste also auf niemanden Rücksicht nehmen, konnte von einer Buchhandlung in die nächste pilgern und dort stundenlang Regale durchforsten und Klappentexte lesen. Das Ergebnis waren 11 kg Bücher, die per Post ihren Weg nach Wien fanden, und ein ziemlich guter Überblick über die Buchläden in Galway und Dublin. Einige davon möchte ich Euch hier vorstellen.Weiterlesen »

Stichwort #Irland (III)

#Bibliotheken

staircase

#TheOldLibrary

Wenn ich verreise, versuche ich, die Trampelpfade der Touristenströme zu vermeiden, aber das ist meist leichter gesagt als getan, denn dort, wo es Interessantes zu sehen gibt, sind naturgemäß auch viele, die es sehen möchten. Ein Trick, der für mich immer funktioniert hat, ist der, die Tourismus-Hotspots so zeitig wie möglich am Tag zu besuchen, wenn alle anderen noch beim Frühstück sitzen. Daher wartete ich schon um 8 Uhr 30 und nur sehr kurz vor dem Eingang der Old Library des Trinity College Dublin, um dort zuerst das #BookofKells und dann den #LongRoom zu bewundern. Die Tatsache, dass ich direkt am Campus wohnte, hat zwar die Anreise auf 3 Minuten verkürzt, aber leider gibt es auch für Summer Residents keine Privilegien, was den Zutritt zu den Bibliotheken betrifft – eine Exklusiv-Besichtigung war daher nur von außen möglich.

Old Library morning
The Old Library, Trinity College Dublin, 06:15 AM

Die Homepage von TCD nennt das Book of Kells Irlands größten Kunstschatz, und das ist nicht übertrieben. Die illustrierte Bibelhandschrift wurde vermutlich um das Jahr 800 von irischen Mönchen auf der Insel Iona nahe Schottland geschaffen und, nachdem deren Kloster von Vikingern angegriffen worden war, ins Kloster von Kells, County Meath, in Sicherheit gebracht. Details über den geschichtlichen Hintergrund dazu gibt es in meinem Beitrag über Thomas Cahills How the Irish Saved Civilization. In Kells war die Handschrift in Sicherheit, bis Oliver Cromwell, der in Irland bis heute – nicht ganz zu Unrecht – als Reinkarnation des Teufels gilt, das Kloster 1646 einer neuen Nutzung als Pferdestall zuführte. Henry Jones, Vice-Chancellor des 1592 von Elizabeth I. gegründeten Trinity College, ließ die Handschrift daraufhin in die Bibliothek seiner Universität bringen, wo sie heute gemeinsam mit dem noch 100 Jahre älteren Book of Durrow und dem ebenfalls aus dem frühen 9. Jahrhundert stammenden Book of Armagh  gekonnt in Szene gesetzt wird.

Die Old Library hütet noch zwei weitere Schätze, die Irlands Identität und Nationalstolz symbolisieren: Da ist zunächst die #BrianBoruHarp, zwar mit Sicherheit nicht die Harfe des Begründers der O’Brien-Dynastie, aber dennoch das älteste erhaltene Instrument seiner Art. Ein Abbild dieses offiziellen Nationalsymbols findet man nicht nur auf allen irischen Euromünzen, sondern auch auf jeder Flasche Guiness. Im Schaukasten gleich dahinter ist ein wesentlich jüngeres Exponat zu sehen, das den Ir*innen aber ebenso wichtig ist: Eine der wenigen erhaltenen Kopien der #Proclamation of the Irish Republic aus dem Jahr 1916. Das Poster klebte ursprünglich an der Wand des General Post Office, wo der Osteraufstand seinen Ausgang nahm, der in letzter Konsequenz 1922 zur Unabhängigkeit von Großbritannien führte.

Die beiden Schaukästen befinden sich im Long Room der Old Library. So schön die diversen mit Fresken geschmückten und mit Schnörkel verzierten Prunksäle anderer Bibliotheken auch sein mögen, an die Ästhetik dieses 65 m langen Raums kommt für mich keine heran. Sieht man von den weißen Marmorbüsten berühmter Schriftsteller, Philosophen und Staatsmänner ab, sind der einzige Schmuck die Regale für die mehr als 200.000 Bände, die in zwei Etagen unter einem Tonnengewölbe aus Holz Platz finden. Dieses Tonnengewölbe wurde 1858 nachträglich auf den 1732 fertiggestellten Bau aufgesetzt, um mehr Platz für Bücher zu schaffen.

 

Ich hätte am liebsten den ganzen Tag den Saal auf mich wirken lassen und den Geruch der alten Bücher eingeatmet, aber irgendwann waren auch alle anderen mit dem Frühstück fertig und das Gedränge zu groß.
Zum Glück gibt es in Dublin aber auch Bibliotheken, in denen sich der Andrang an Touristen in Grenzen hält.Weiterlesen »

Stichwort #Irland (II)

Seit mehr als drei Wochen bin ich nun aus Irland zurück, höchste Zeit also für die versprochene Fortsetzung meines Reiseberichts.

#Theatre

Ich hatte das Glück, dass in Dublin diesen Sommer zwei Produktionen zu sehen sind, die jeweils einen ganz großen Namen der irischen Literatur vor den Vorhang holen. Dass die beiden renommiertesten Theater Dublins auch im Juli bespielt werden, war dabei die eine gute Nachricht, dass sich die Ticketpreise mit ca. 30 – 45 Euro in Grenzen halten die andere.

#TheGateTheatre #RoddyDoyle #TheSnapper

Gate theatre

Im Gate Theatre nördlich der O’Connell Street  läuft seit Mitte Juni  The Snapperdie erstmals gezeigte Bühnenversion von Roddy Doyles gleichnamigem Roman aus dem Jahr 1990. The Snapper bildet gemeinsam mit Doyles erstem Roman The Commitments (1987) und The Van (1991) die Barrytown Trilogy, die drei Episoden aus dem Leben der Dubliner Arbeiterfamilie Rabbitte schildert. Alle drei Romane waren auch in der Filmversion höchst erfolgreich, und The Van (dt. Fish & Chips) schaffte es auf die Shortlist des Man Booker Prize, den Roddy Doyle 1993 für Paddy Clarke Ha Ha Ha auch gewann. Dieser vierte Roman spielt ebenfalls in Barrytown, North Dublin, und mit The Guts (dt. Punk is Dad) kehrte Roddy Doyle 2013 noch einmal zur Familie Rabbitte zurück.

covers doyle

Snapper ist ein in Irland gebräuchlicher Ausdruck für ein kleines Kind, und so heißt der Roman in deutscher Übersetzung auch Sharons Baby. Sharon ist die älteste Tochter von Veronica und Jimmy Rabitte sen. und gerade einmal 20, als sie ihren Eltern mitteilt, dass sie schwanger ist. Diese sind zwar einigermaßen geschockt, lassen aber keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie ihre Tochter unterstützen werden. Jimmy hat allerdings so seine Probleme mit dem Gedanken an den Typen, der seine Tochter geschwängert hat, vor allem, weil Sharon sich weigert, mit dem Namen dieses Mannes herauszurücken.

Das Theater war bis auf den letzten Platz ausverkauft, und die anderen Zuschauer  amüsierten sich ebenso wie ich über das Porträt einer Familie, die zwar weder viel von pädagogisch wertvollen Erziehungsmaßnahmen noch von gesunder Ernährung hält, aber füreinander da ist, wenn es darauf ankommt. Auch wenn das Thema ungewollte Schwangerschaft auf sehr humorvolle Art behandelt wird, die Geschichte ist weit von Klamauk entfernt. Statt dessen liefert sie das Porträt der Liebe eines Vaters zu seiner Tochter.

Schon allein die Tatsache, dass das Stück dort aufgeführt wird, wo es spielt, in Dublins Northside, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rotunda Hospital, wo Sharon schließlich ihr Baby zur Welt bringen wird, verleiht dem Theaterstück Atmosphäre und Authentizität, und ein Blick auf die Zuschauer um mich herum  hat sein Übriges getan. Verzaubert und sprachlos gemacht hat mich die Inszenierung ganz besonders aus drei Gründen:

  • Regisseurin Róisín McBrinn ist es gelungen, die 80er-Jahre nicht nur durch Kostüme und Musik, sondern durch die Art der Inszenierung selbst wiederauferstehen zu lassen. Genau so hätte man das Stück vielleicht auch schon vor 30 Jahren auf die Bühne gebracht. 
  • Als Teil der Handlung läuft der Familie ein Hund zu. Dieser Hund ist dank der pantomimischen Begabung der Darsteller, insbesondere von Hilda Fay als Veronica, dauernd auf der Bühne, ohne dass man ihn jemals zu Gesicht bekommt. 
  • In der letzten Szene bringt Sharon ihr Baby zu Welt, und dieser Snapper war in der Vorstellung, die ich besucht habe, keine Puppe, sondern tatsächlich ein wenige Tage oder Wochen altes Neugeborenes.

Fotografieren im Theater war nicht erlaubt, daher für alle, die zumindest einen kleinen Eindruck vom Stück bekommen wollen, hier die Links zu drei Promotionsvideos: The Snapper at the Gate; The Snapper: Meet the Kids; The Snapper: Meet the Rabattes.

#TheAbbeyTheatre  #Ulysses

abbey theatre2

In meinem Beitrag über den Bloomsday habe ich ja schon erwähnt, dass ich Ulysses von James Joyce noch nicht gelesen habe. Dieser Umstand hat mich zur perfekten Besucherin für eine Produktion des irischen Nationaltheaters The Abbey Theatre gemacht. Das ideale Publikum der Bühnenversion ‚eines der größten und wahrsten Romane aller Zeiten‘ seien Menschen, die das Buch immer lesen wollten, sich aber abschrecken ließen, zitiert die Ankündigung den Schriftsteller Dermot Bolger, der für die Adaptierung verantwortlich ist. Auf einer von allen Seiten einsehbaren Bühne treten Leopold und Molly Bloom, Stephen und Simon Daedalus und andere in einzelnen Szenen auf.

Eine zweistündige Theateraufführung kann  einen 800 Seiten-Roman nicht ersetzen, und diesen Anspruch erheben die Macher auch nicht. Trotzdem hatte ich nach Ende der Vorstellung das Gefühl, nicht nur ein unterhaltsames Stück gesehen, sondern auch eine Idee von James Joyce’s Roman bekommen zu haben. Auch echte Fans müssen zugeben, dass dieser mehr als nur die eine oder andere Länge aufweist, das kann man Graham McLarens Inszenierung nicht vorwerfen. Sie hat mich ein bisschen an eine Cabaret-Revue erinnert, wie eine lose Abfolge von Darbietungen, die von einer Rahmenhandlung zusammengehalten werden. Ein Teil des Publikums sitzt an kleinen Tischen direkt auf der Bühne, es gibt Musikuntermalung, Gesangs- und Tanzeinlagen und fast lebensgroße Puppen. Auch hier durfte ich keine Fotos machen, aber der Trailer  fängt die Atmosphäre ein. 

#JamesJoyce

James JoyceFür Dublin ist James Joyce das, was Mozart für Salzburg oder Shakespeare für Stratford-on-Avon ist. Man begegnet ihm nicht nur auf der Bühne und in Buchhandlungen, sondern an zahlreichen anderen Orten. Zunächst einmal ist da die Statue des Dichters  in der Earl Street, nur wenige Schritte vom General Post Office entfernt. Etwas anzüglich wird sie von manchen The Prick with the Stick genannt.

Wenn man von der Statue aus nach rechts in die O’Connell Street einbiegt, erreicht man nach zirka 10 Minuten das James Joyce Centre in der North Great George’s Street. Dieses liefert nicht nur Informationen zum Autor und seinen Werken, sondern zeigt auch Kuriositäten wie die Tür von No. 7 Eccles Street, der Wohnadresse von Leo Bloom im Roman Ulysses.

 

Eine weitere Pilgerstätten für James Joyce-Fans ist der James Joyce Tower. Dabei handelt es sich um einen von insgesamt 164 Martello-Türmen, die vor allem während der Napoleonischen Kriege im gesamten British Empire, von Irland bis Mauritius und Australien, errichtet wurden. Joyce verbrachte im September 1904 sechs Nächte in diesem Turm und lässt Ulysses hier beginnen. Auf Betreiben des Dubliner Künstlers John Ryan, der auch die bereits erwähnte Eingangstür zu No. 7 Eccles Street rettete, wurde der Turm 1962 in ein Museum umgewandelt und zeigt neben Erinnerungsstücken an den Schriftsteller auch den Wohnraum so, wie James Joyce ihn vorgefunden hat. Das Museum ist das ganze Jahr über geöffnet und mit dem Vorortezug DART vom Stadtzentrum aus innerhalb von weniger als einer Stunde zu erreichen. Dabei ist der Fußweg von der Station Sandycove & Glasthule in südlicher Richtung die Uferpromenade entlang schon eingerechnet.

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James Joyce Tower Dun Laoghaire
Blick vom James Joyce Tower auf die Hafenstadt Dún Laoghaire

Auch die National Library of Ireland im Stadtzentrum stellt Joyce und seine Werke in den Mittelpunkt. In Teil (III) meines Berichts werde ich Euch diese und andere #Bibliotheken und #Buchhandlungen vorstellen, die ich auf meiner Reise besucht habe.

Auf den Spuren von Jack Taylor durch Galway

20180710_103540Es kommt nicht oft vor, dass man einer Figur aus einem Roman im wirklichen Leben begegnet – ich hatte letzte Woche so eine Begegnung. Vinny, der Verkäufer, der mir in Charlie Byrne’s Bookshop in Galway dabei half, den Stapel Bücher, den ich ausgesucht hatte, möglichst kostengünstig nach Hause schicken zu lassen, ist der Vinny, der sich in Ken Bruens Headstone (Ein Grabstein für Jack Taylor) auf Seite 223 der englischen Ausgabe mit dem Titelhelden eine Zigarettenpause gönnt, nachdem dieser ihm eine Liste mit seinen Bücherwünschen präsentiert hat.Weiterlesen »